Von Deppenapostrophen und anderen Katastrophen
4. Aug 2008 von Albert Bloch
Warum wird in der Werbung vieles bewusst falsch geschrieben?
Ich rede hier nicht von Dingen wie Tipp- oder Fallfehlern. Nein, ich denke vielmehr an Sachen wie die berühmt-berüchtigten Deppenapostrophen oder Deppenleerzeichen.
Was mich dabei wundert – warum machen die Werbenden bzw. deren Texter so etwas?
Warum nicht nach den Regeln?
Keine Sorge, das wird jetzt keine Auflistung von Rechtschreibregeln. Ich möchte nur ein paar Denkanstöße geben, vielleicht doch ab und zu auf die amtlichen Regeln zurückzugreifen.
In meiner Arbeit passiert es mir oft, dass mir Auftraggeber ein Konvolut mit “Wordings” überreichen, das eine Agentur um teures Geld ausgearbeitet hat. Darin finden sich dann Wortkreationen wie
- Internet Auftritt,
- Glücks Card,
- Life Style Produkt,
- SchiSchule,
- newsletter-anmeldung oder
- TopService
Was ich mich frage…
Warum bedarf es dieser Wortkreationen, die so gar nicht den Rechtschreibregeln entsprechen? Eine Antwort, die ich darauf oft höre, ist: Wir möchten uns von unseren Mitbewerbern abheben und verwenden deshalb unser eigenes Wording.
Kein Alleinstellungsmerkmal
Diese Sichtweise finde ich etwas kurzsichtig. Denn inzwischen verwenden jede Menge Firmen ihre eigenen Wortkreationen und brechen dabei sämtlich Rechtschreibregeln. Von Alleinstellungsmerkmal kann also keine Rede mehr sein.
Ganz im Gegenteil: Ich finde, dass man sich heute gerade dann wohltuend von der Masse abheben kann, wenn man die richtige Rechtschreibung verwendet. Denn Werbetexte ohne offensichtliche oder versteckte Fehler sind sehr selten geworden.
Also, glauben Sie Ihrer Agentur nicht alles und trauen Sie sich ruhig, auf die korrekte Rechtschreibung zu pochen.