“Arbeiten Sie auch gegen Erfolgshonorar?”
6. Feb 2009 von Albert Bloch
Gestern erreichte mich ein E-Mail mit folgendem Inhalt:
Guten Tag Herr Bloch,
ich beschäftigte mich auch gerade mit Werbetexten für mein Produkt, doch leider lässt die Verkaufsquote noch zu wünschen übrig. Jetzt wollte ich Sie fragen, ob Sie auch nach Erfolg arbeiten. Ich dachte mir, wenn Sie mir einen Werbetexten schreiben und Sie es auf Dauer schaffen, 1 Käufer aus 100 Interessenten zu gewinnen würde ich Sie bezahlen….
Ich würde Ihnen gern ein besseres Angebot machen, aber leider fehlt mir dazu momentan das Geld, um zu experimentieren, ob ich mein gesamtes Kapital dafür investieren soll, ob eine fremde Person einen besser verkaufenden Werbetext schreibt wie ich selbst (ich entschuldige mich für meine Gedanken, aber es kann ein guter Auftrag für Sie werden…)
Hier meine Antwort darauf…
Wohl kein seriöser Werbetexter arbeitet auf Erfolgsbasis. Das hat nichts damit zu tun, dass wir unseren eigenen Texten nicht vertrauen. Nein, das hat andere Gründe:
Wie kann ich z.B. kontrollieren, dass ein potenzieller Kunde meinen Text auch wirklich einsetzt? Wenn er das nicht tut, habe ich zwar die Arbeit, werde aber nie einen Cent dafür sehen.
Oder was ist, wenn das Produkt selbst einfach nicht konkurrenzfähig ist? Ich habe keine Zeit zu überprüfen, ob es überhaupt einen Markt für das Produkt meiner Kunden gibt – die Marktanalyse ist auch nicht meine Aufgabe.
Oder was ist, wenn jemand z.B. ein Buch über ein neue Diät-Methode verkaufen will und es stellt sich dann heraus, dass diese gesundheitsschädlich ist?
Worauf ich hinaus will: Als Texter liegt es in meiner Verantwortung, einen verkaufskräftigen Text für meine Kunden zu schreiben. Das wirtschaftliche Risiko kann ich ihnen allerdings nicht abnehmen.