Sehr geehrte Damen und Herren – äääh…
17. Nov 2009 von Albert Bloch
Weihnachten steht vor der Tür und damit die Zeit der Ansprachen und Reden.
Für viele ist das der pure Horror. Und deshalb schieben Sie das Schreiben der Rede immer weiter hinaus. Oder sie besorgen sich ein Buch und kupfern daraus irgendeine x-beliebige Musterrede ab.
Dabei muss das doch nicht sein!
Eine maßgeschneiderte und spannende Rede – fast ohne Aufwand
Die meisten Texter, so auch ich, bieten an, Reden zu schreiben. Mir macht das immer besonderen Spaß, denn ich liebe die Herausforderung, die so eine Rede an mich stellt:
- Ich muss den Tonfall treffen, der die geplante Audienz anspricht;
- Ich muss so schreiben, wie der Redner selbst die Rede verfassen würde;
- Ich muss die geplanten Inhalte unterhaltsam und spannend verpacken.
Keine leichte Aufgabe, aber gerade das macht sie so reizvoll.
Vorbereitung ist alles
Das Vorgehen beim Redenschreiben unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Texteraufgaben. Am Beginn steht immer ein ausführliches Gespräch mit dem Kunden: Was will er mit der Rede erreichen? Welche Inhalte müssen unbedingt vorkommen? Soll sie lustig oder seriös sein? Wer ist das Publikum? Eine ganze Menge Fragen also.
Dann nehme ich mir meist einen Tag Pause, damit sich das Gehörte setzen kann. Und erst dann setze ich mich hin und verfasse ein grobes Konzept der Rede. Ich überlege mir, wie ich sie dramaturgisch anlege, an welcher Stelle welcher Inhalt gesagt wird etc.
Dann kommt das eigentliche Texten, das je nach Länge der Rede ein paar Stunden bis zu einem ganzen Tag in Anspruch nimmt. Anschließend geht der Text an den Kunden und dann wieder an mich zur Überarbeitung. Diesen letzten Punkt wiederholen wir so lange, bis die Rede dem Kunden 100%ig gefällt.
Doch das ist nicht alles…
Damit die Rede authentisch klingt, muss der Kunde noch einiges tun. So muss er sie sich ein paar Mal durchlesen und an seinen eigenen Stil anpassen. Ein Dorf-Bürgermeister sollte z.B. nicht unbedingt Hochdeutsch reden, ein Industriekapitän nicht in breitem Dialekt.
Der Text ist die also die Pflicht, zur Kür wird er erst durch den Redner.