Monthly Archives: Juni 2012

Interview mit Michael Kirchner

Von Fotograf zu Fotograf: Interview mit Michael “Omori” Kirchner

Michael Kirchner ist Menschenfotograf in Deutschland. Er hat sein Studio in der Nähe von Heidelberg und bedient Privat- sowie Firmenkunden. Vielen wird er auch durch seinen Blog fotografr.de bekannt sein, der für viele eine wertvolle Informationsquelle ist. Im Folgenden beantwortet er Fragen über seinen Werdegang als Fotograf und was man mitbringen sollte, um als solcher erfolgreich zu sein.

Albert Bloch (AB): Herr Kirchner, Sie bezeichnen sich selbst als Menschenfotograf. Warum diese Spezialisierung?

Michael Kirchner (MK): Menschen zu fotografieren ist das, was ich am liebsten mache. Es liegt mir ganz einfach und ich glaube, dass ich es auch ganz gut kann – zumindest, wenn ich meinen Kunden Glauben schenken darf. Ich fotografiere auch manchmal anderes als Menschen, kehre aber immer wieder gerne zur Menschenfotografie zurück.

AB: Verfügen Sie eigentlich über eine klassische Fotografenausbildung?

MK: Nein.

AB: Dann interessiert mich Ihr Weg in die Fotografie natürlich umso mehr.

MK: Nun, ich habe vor mittlerweile zehn Jahren mit dem professionellen Fotografieren begonnen. Ich habe anderen Fotografen assistiert und bei Ihnen mitgearbeitet und mir so die nötigen Kenntnisse angeeignet. Anfangs teilte ich mir noch ein Mietstudio mit anderen, doch dann wurde der Wunsch immer stärker, ein eigenes Studio zu betreiben. Und das habe ich dann gemacht.

Weiterempfehlungen als Top-Marketing-Maßnahme

AB: Muss sich ein Fotograf heute eigentlich spezialisieren, um Erfolg zu haben?

MK: Genau zu diesem Thema habe ich kürzlich einen Beitrag für die Fotocommunity geschrieben.Ich bin der Meinung, dass man hier differenzieren muss: Wer ein Ladengeschäft in einer gut frequentierten Lage führt, braucht sich nicht unbedingt zu spazialisieren. Der kann die komplette fotografische Bandbreite anbieten.

Wer jedoch kein Ladengeschäft hat, der sollte sich auf einen fotografischen Bereich festlegen und sich in diesem einen Namen machen. Ich glaube, das ist der einzige Weg, um aus der riesigen Masse an Fotografen herauszustechen. Denn ansonsten spielt sich der Wettbewerb nur über den Preis ab.

AB: Auf welche Maßnahmen setzen Sie denn für Ihr Marketing?

MK: Bei mir ist es glücklicherweise so, dass ich sehr viele Weiterempfehlungen bekomme. Wer einmal bei mir war, sagt das gerne Freunden und Bekannten und die kommen dann auch.

Enorm wichtig ist natürlich auch meine Website. Hier können sich potenzielle Kunden schon einmal vorab ein Bild von mir machen. Sie sehen, wie ich fotografiere, welche Preise ich habe und was für ein Mensch ich bin.

Qualität setzt sich durch

AB: Sie betreiben mit fotografr.de einen sehr erfolgreichen Weblog. Warum tun Sie sich diesen Aufwand an?

MK: Diesen Weblog habe ich 2008 gestartet. Mir gefällt der Gedanke, dass man sich mit einem relativ überschaubaren Aufwand öffentlich mitteilen kann. Und wenn ich sehe, dass Leute lesen, was ich schreibe, und dass ihnen das vielleicht auch gefällt, macht mich das sehr glücklich.

Das Blog ist für mich außerdem eine gute Möglichkeit, selbst etwas zu lernen. Ich schreibe ja nur über Dinge, die mich  interessieren. Da recherchiere ich dann und kann die Ergebnisse auf meinem Blog sozusagen zweitvewerten – eine echte Win-win-Situation.

AB: Es gibt zahlreiche Stimmen, die sagen, dass sich heute sowieso niemand mehr fotografieren lässt, dass das Privatkundengeschäft ausstirbt. Wie sehen Sie das?

MK: Ich beobachte seit Jahren eine Veränderung im Privatkundengeschäft. Es ist heute schon so, dass fast jeder irgendwen kennt, der auch eine Kamera hat und ganz gut fotografieren kann. Und da lässt man seine Fotos halt von so jemandem machen, zumindest wenn man nur auf den Preis schaut.

Auf der anderen Seite gibt es immer noch Leute, die auf Qualität setzen, in ein Fotostudio gehen und bereit sind, für gute Fotos auch Geld auszugeben. Dass das Privatkundengeschäft ausstirbt, glaube ich nicht.

AB: Sie arbeiten ja sowohl für Firmen- als auch für Privatkunden. Was machen Sie denn lieber?

MK: Hm, schwierige Frage. Zu Beginn meiner Karriere dachte ich immer, ich müsste mich auf eine Gruppe festlegen. Inzwischen ist es jedoch so, dass ich gerne weiterhin Private und Firmen bedienen möchte.

Für den Beruf brennen

AB: Was würden Sie denn einem Berufseinsteiger raten, wenn er Sie fragt, wie man als Fotograf erfolgreich wird?

MK: Zunächst würde ich mich vergewissern, dass derjenige auch wirklich Fotograf werden möchte. Ich habe es schon öfter erlebt, dass jemand gesagt hat: “Ich werde jetzt Fotograf, weil mir nichts Besseres einfällt, eine Kamera hab ich ja schon.” So ein Ansatz ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt.

Wer es heute, bei dieser Konkurrenz, schaffen will, der muss wirklich für die Fotografie brennen. Und zwar nicht nur ein paar Wochen oder Monate, sondern langfristig.

AB: Sie bieten auch Workshops an. Sind diese für Sie ein zweites Standbein oder gibt es dafür andere Gründe?

MK: Ich habe jetzt eine ganze Weile lang keine Workshops mehr angeboten. Erst jetzt gibt es wieder welche.

Mich fasziniert an den Workshops die Möglichkeit, mich mit anderen Fotografen austauschen zu können. Letztlich ist es ja so, dass die Teilnehmer nicht nur von mir lernen, sondern ich auch von ihnen. Und das finde ich eine ganz spannende Geschichte.

AB: Herr Kirchner, vielen Dank für das Gespräch!

Interview mit Manfred Baumann

Von Fotograf zu Fotograf – Interview mit Manfred Baumann

Manfred Baumann gehört zu den Größen am heimischen Fotografenhimmel. Wohl kaum jemand hierzulande hat so viele Promis vor der Linse gehabt wie er. Darüber hinaus betreibt er ein perfektes Marketing. Von diesem Fotografen kann man also viel lernen – hier das Interview mit ihm:

Albert Bloch (AB): Herr Baumann, in Österreich sind Sie vor allem als Akt- und Promi-Fotograf bekannt. Was reizt Sie denn so besonders an diesen beiden Genres?

Manfred Baumann (MB): Ich konzentriere mich sowohl auf die Portraitfotografie mit Prominenten wie auch auf die Umsetzung meiner Aktsujets und natürlich auch der Landschaftsbilder.

Mir ist immer wichtig, dass hinter meinen Bildern eine Geschichte steckt, die es dann gilt für sich selbst zu erzählen. Meine Aktfotografien haben sich in der letzten Zeit daher auch sehr gewandelt.

Mit prominenten Gesichtern zu arbeiten ist für mich immer wieder ein tolles Erlebnis, weil man einfach Menschen mit besonderer Geschichte trifft. Diese kann man deren Gesichtern auch ansehen. Aber die interessantesten Gesichter findet man oftmals auch ganz nahe bei sich, wie ich in meiner Ausstellung LIFE auch gezeigt habe.

Fotografieren, um glücklich zu sein

 AB: Sie wollten ja ursprünglich Einzelhandelskaufmann lernen, mit 27 Jahren zog es Sie dann allerdings zur kommerziellen Fotografie. Was hat den Ausschlag dazu gegeben und können Sie ein bisschen Ihren beruflichen Werdegang schildern?

MB: Meine erste Kamera schenkte mir mein Großvater und ich war sofort begeistert. Allerdings habe ich die Fotografie dann ein wenig aus den Augen verloren. Nach meiner Lehre ist mir dann allerdings immer bewusster geworden was ich gerne machen möchte und dass ich mit der Fotografie glücklich bin. Daher habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

AB: Was, glauben Sie, sind die wichtigsten Voraussetzungen, um als Fotograf erfolgreich zu werden und zu bleiben?

MB: Ich denke, es ist wichtig sich selbst treu zu bleiben und seinem Weg zu folgen, egal, was andere davon halten.  Auch denke ich, dass es wichtig ist, eine Idee hinter den Bildern zu verfolgen, nur dann werden es gute Bilder. Denn ein technisch perfektes Foto ist noch lange kein gutes Bild.

Neue Wege beschreiten bringt Erfolg

AB: Der Fotomarkt wird immer mehr von Mircrostocks und teilweise auch von ambitionierten Amateuren überflutet. In welchen Bereichen der Fotografie lässt sich Ihrer Meinung nach heute überhaupt noch Geld verdienen und in welchen nicht?

Man muss Gewohntes verlassen, um heute erfolgreich in der Fotografie arbeiten und von dieser leben zu können. Nur mit neuen und innovativen Ideen kommt man voran.

AB: Sie arbeiten hauptsächlich für gewerbliche Kunden. Hat sich das so ergeben oder war das eine bewusste Entscheidung? Und falls ja, welche Gründe stehen dahinter?

MB: Ich verfolge meinen eigenen Projekte und gleichzeitig sind immer mehr Kunden im In und Ausland auf meine Arbeiten gestoßen, so hat eins zum anderen geführt.

AB: Welche Tipps würden Sie Berufsanfängern mit auf den Weg geben, wenn diese Sie fragen, wie sie es in der Branche schaffen können?

MB: Für mich ist ein Bild dann gut, wenn es eine Geschichte erzählen kann, doch dem Betrachter noch genug Freiraum lässt, sich seine eigene Geschichte dazu zu denken. Das Auge macht das Bild und nicht die Kamera. Ich kann nur jedem raten, sich mehr um das Bild an sich zu kümmern und weg zu gehen von zu viele Retusche und Bearbeitung.

AB: Vielen Dank für das Interview!

Interview mit Martin Krolop (Krolop & Gerst)

Von Fotograf zu Fotograf: Albert Bloch spricht mit Martin Krolop

Wer sich ein bischen in der deutschsprachigen Fotografen-Szene im Internet bewegt, kommt an ihnen nicht vorbei: Martin Krolop und Marc Gerst gehören sicherlich zu den Fotografen, die im Web am präsentesten sind. Grund genug für mich, mit Martin Krolop ein Gespräch zu führen und ihn um Einsichten in seinen Berufsalltag, Tipps für Kollegen und seine Einschätzung der Zukunftsaussichten der kommerziellen Fotografie zu bitten

Albert Bloch (AB): Martin, ihr gehört zu den Fotografen, die im Doppelpack auftreten. War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das einfach so ergeben?

Martin Krolop (MK): Marc Gerst und ich arbeiten seit mittlerweile fünf Jahren zusammen. Die Zusammenarbeit war eine bewusste Entscheidung, die sich aber zufällig ergeben hat. Ich habe Marc auf einem Fotografen-Event kennen gelernt. Wir haben bald gemerkt, dass wir ähnlich ticken und auch menschlich gut miteinander können. Und so haben wir beschlossen, es miteinander zu versuchen.

Zunächst war es praktisch nur eine Art Studiogemeinschaft, die wir geführt haben. Jeder hat für sich gewirtschaftet, gewisse Kosten haben wir geteilt. Aber inzwischen sind unsere Geschäfte fest miteinander verschmolzen.

AB: Welche Vorteile und welche Nachteile bringt so eine Kooperation mit sich?

MK: Nun, ein Nachteil ist natürlich, dass man auf einmal doppelt so viele Aufträge akquirieren muss, damit beide gut leben können. Allerdings kann man sich auch jede Menge Kosten teilen, z.B. die Kosten für benötigte Ausrüstung, Studiomiete etc. Und nicht zuletzt ist man auch flexibler darin, Aufträge anzunehmen. Denn wenn der eine einmal keine Zeit hat, kann der andere einspringen.

Wir arbeiten ja viel in der Menschenfotografie und da ist es natürlich immer super, wenn man als Fotograf nicht allein ist, sondern einen kompetenten Partner hat. Wir können unseren Kunden gegenüber so auch kompetenter auftreten.

Vom Hobby zum Beruf

AB: Diese Frage muss sein – welcher Weg hat dich eigentlich in die kommerzielle Fotografie geführt?

MK: Ich bin so ein richtiger Quereinsteiger, wie man ihn sonst nur als Klischee kennt. Fotografieren war für mich zunächst nur ein Hobby, das mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Und dann war ich plötzlich an einem Punkt, dass mir die Leute Geld angeboten haben, wenn ich sie fotografiere.

Ich hatte außerdem das Glück, dass ich gleich zu Beginn meiner Karriere ein paar Leute getroffen habe, die meiner Bekanntheit sehr auf die Sprünge geholfen haben. Zu nennen wäre hier etwas das Team von Foto-TV.

AB: Du hast gesagt, dass die Fotografie für dich zunächst nur Hobby war – was hast du denn eigentlich vorher gemacht?

MK: Ich habe Jura studiert. Das Problem dabei war nur, dass ich dabei nie den Spaß und die Freude verspürt habe wie an der Fotografie. Wenn mich jemand fragt, was ich in den letzten fünf Jahren gearbeitet habe, sage ich immer: “Nichts”. Die Leute sind dann immer ganz erstaunt. Dann erkläre ich, dass sich Fotografieren für mich nicht wie Arbeit anfühlt, weil ich es einfach so gern tue.

AB: Betreibt ihr eigentlich ein klassisches Fotostudio, wo sich Leute porträtieren lassen können?

MK: Nein, wir arbeiten fast ausschließlich für Firmenkunden. Eine Ausnahme ist unsere Hochzeitsfotografie, wo wir natürlich mit Privatleuten zusammenarbeiten. Ich selbst mache allerdings maximal 4 Hochzeiten im Jahr, sonst verliert man zu leicht den Spaß daran. Den Rest fotografieren unsere Assistenten oder auch Marc.

Vertikale Spezialisierung als Erfolgsrezept

AB: Ihr habt euch auf People-Fotografie spezialisiert. War diese Spezialisierung eine bewusste Entscheidung?

MK: Ja, definitiv. Ich habe zuvor auch Landschaftfotografie gemacht und mir in Frankreich dermaßen die Füße abgefroren, dass mir die Lust daran dauerhaft vergangen ist. Dann habe ich Street-Fotografie versucht. Allerdings bin ich nicht so der Typ, der gern dauernd in der Gegend herumfährt und so blieb die People-Fotografie als logische Konsequenz übrig.

AB: Müssen sich Fotografen heutzutage spezialisieren, um erfolgreich zu sein?

MK: Ich glaube, ja. Wenn jemand alles macht, wird er nie wirklich gut auf einem Gebiet werden. Nur wer sich auf ein Spezialgebiet festlegt, kann hier wirklich außergewöhnlich werden und damit Erfolg haben.

AB: Wie habt ihr es denn geschafft, erfolgreich zu werden?

MK: Oh Gott, ich halte mich selbst gar nicht für so erfolgreich. Da gibt es sicher andere, die zum Thema Erfolg mehr sagen könnten. In der Fotografen-Szene bin ich ja eigentlich nur ein kleines Licht.

Ich wünsche mir ständig, Fotografien mit mehr Tiefgang schaffen zu können. Manchmal kommt mir das, was ich mache, so richtig platt vor.

Internet als wichtigstes Werbemedium

AB: Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass ihr gerade im Internt zu den Fotografen gehört, die am meisten Präsenz erzielen.

MK: Das stimmt, doch das ist harte Arbeit. Den Blog habe ich ja noch während meiner Studienzeit begonnen. Und schon damals habe ich jede Menge Zeit und Herzblut in diesen gesteckt. Irgendwann hat sich das ausgezahlt und die Leute sind auf uns aufmerksam gemacht.

Ein Goldesel ist unser Blog jedoch nicht. Wir verzichten ja ganz bewusst auf jede Art der Werbung und machen auch keine Beiträge, die nur darauf abzielen, Affiliate-Links zu kreieren. Aber ohne Zweifel war und ist unser Blog für uns ein ganz wichtiges Marketinginstrument. Er hat uns dabei geholfen, bekannt zu werden.

 AB: Was würdest du denn einem angehenden Fotografen raten, der Sie nach ein paar Erfolgstipps fragt?

MK: Werde Workaholic!

AB: Das musst due jetzt ein bisschen genauer erklären…

MK: Ich versuche ständig, alles noch ein bisschen effizienter zu machen, um ein paar Minuten Arbeitszeit einzusparen, die ich für anderes verwenden kann. Ich bin jeden Tag ab 7 Uhr im Studio und verlasse es meist erst gegen 22 Uhr, meinen letzten Urlaub hatte ich vor 5 Jahren. Es braucht einfach verdammt viel Zeit, um als Fotograf bekannt zu werden.

Mir ist zudem wichtig, meinen Kunden immer ein bisschen mehr zu geben, als sie von mir erwarten. Diese Einstellung spricht sich herum und bringt uns neue Kunden. Und – besonders wichtig – wer mit Leuten aus der Wirtschaft zusammenarbeitet, muss verlässlich sein. Du kannst als Fotograf noch so kreativ sein, wenn du nicht verlässlich bist, wirst du nicht gebucht.

AB: Das wird einige, welche die Fotografie eher romantisch sehen, aber ganz schön abschrecken.

MK: Verlässlichkeit und harte Arbeit sind das Um und Auf, um als Fotograf Erfolg zu haben. Kreative sind halt oft auch Schlamperer und das mögen die Kunden nicht gern. Die Wirtschaft will lieber zuverlässige Leute mit einer genügend großen Portion Kreativität, umd das Geforderte umzusetzen.

Workshops für persönlichen Kontakt

AB: Ihr bietet ja auch Workshops an. Sind die ein zweites wirtschaftliches Standbein?

MK: Von den Workshops könnten wir nicht leben. Wir kommen da ja oft mit einem ganzen Team und haben professionelle Models dabei. Außerdem halten wir die Teilnehmerzahl klein, damit alle auf ihre Kosten kommen.

Nein, die Workshops rechnen sich wirtschaftlich nicht. Sie sind eher dazu da, den persönlichen Kontakt zu anderen Fotografen und eventuell auch potenziellen Kunden zu pflegen. Und außerdem mache ich das einfach gerne.

AB: Zum Abschluss deine Einschätzung zur Fotografie – wie lässt sich heutzutage damit überhaupt noch Geld verdienen?

MK: Ich glaube, dass man sich heutzutage spezialisieren muss. Und viel Potenzial liegt sicherlich in der Videographie. Die Technik ist leistbar geworden. Hier steht uns vermutlich das ins Haus, was passiert ist, als die Fotografie plötzlich digital und leistbar wurde.

AB: Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Mental für schlechte Zeiten vorsorgen

Ein guter Bekannter von mir ist Psychotherapeut.

Von ihm weiß ich, dass beinahe alle Selbständigen ein Problem gemeinsam haben: Läuft das Geschäft gut, sind sie bester Laune. Ist einmal Flaute, stellen sie sich gleich die Sinnfrage und bekommen Existenzängste.

Von meinem Bekannten habe ich folgenden guten Tipp bekommen, der dem einen oder anderen vielleicht ganz nützlich ist:

Wenn die Geschäfte gerade gut gehen, dann schreibt euch doch selbst einen Brief für die Zeit, wenn es wieder einmal nicht so läuft. Erklärt, dass es auch wieder besser wird, dass es noch immer so war. Und sagt auch, dass ihr wisst, wie ihr euch momentan fühlt.

Das hilft, sich die angenehmen Zeiten wieder in Erinnerung zu rufen und positive Energie zu schöpfen.

Vielleicht kennt jemand von euch ja noch weitere solche Tipps, sie sind herzlich willkommen.

Perfekte Bewerbungsfotos

Bei Bewerbungsfotos sollten Sie besser nichts dem Zufall überlassen…

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Date. Natürlich möchten Sie Ihren potenziellen Partner beeindrucken. Deshalb verbringen Sie viel Zeit damit, sich für den Termin zurechtzumachen. Vielleicht kaufen Sie sich davor sogar etwas Neues zum Anziehen oder gehen zum Friseur – Sie wollen einfach einen guten Eindruck machen, das ist ja selbstverständlich.

Nicht selbstverständlich scheint es hingegen für viele Bewerber zu sein, einen guten Eindruck hinterlassen zu wollen. In einem kürzlich durchgeführten Test der Stiftung Warentest beklagte die überwiegende Mehrzahl von Personalverantwortlichen die miese Qualität von Bewerbungsfotos. Die Bilder wirkten oftmals so, als würden sie aus dem Automaten kommen, kaum eines genüge professionellen Ansprüchen.

Hauptsache schnell und billig

Das Bild von mir zu Beginn dieses Beitrages stammt übrigens auch aus einem Fotoautomaten am Bahnhof. Es ist grünstichig, der Ausdruck weist Streifen auf, zudem ist die Haltung nicht gut (was an der engen Kabine liegt, in der das Foto entsteht).

Sie alle kennen sicher die Werbungen diverser Fotohandelsketten: “Bewerbungsfotos nur 9,99 Euro”. Das läuft dann so ab, dass man wiederum in einen kleinen, meist halogenbleuchteten Raum geführt wird und ein Verkäufer macht dann ein Bild von einem – im schlimmsten Fall mit einer Kompaktkamera oder einer DSLR mit Aufsteckblitz. Das Resultat sind wieder Schatten und ein satter Grünstich im Gesicht.

Noch schlimmer als die Qualität solcher Fotos ist aber der Eindruck, den Sie damit bei Personalverantwortlichen hinterlassen. Die denken sich nämlich: “Hm, offenbar ist dem/der ein Job bei uns nicht wichtig, sonst hätte er/sie sich wenigstens ein vernünftiges Foto machen lassen können.

Was macht ein guter Fotograf anders?

Prinzipiell setze ich bei einem guten Fotografen voraus, dass er sein Handwerk beherrscht. Das heißt, er sollte in der Lage sein, Ihnen Bewerbungsfotos anzufertigen, die gute Hauttöne aufweisen, richtig scharfgezeichnet sind. Außerdem sollten Sie natürlich gut beleuchtet sein.

Ich frage meine Kunden darüber hinaus immer noch, wofür Sie sich denn bewerben möchten. Denn jemanden, der sich für einen Job in der Bank bewirbt setze ich anders in Szene als jemanden, der Kinderanimateur werden möchte. Ratsam ist es oft, zwei bis drei Outfits mitzubringen. So können wir gemeinsam das beste aussuchen.

Hier jetzt ein paar Beispiele für Bewerbungsbilder:

Bewerbungsbilder

Mit einem gut gemachten Farbfoto fährt man natürlich nie schlecht. Personalchefs sehen aber auch Schwarz-weiß-Bilder recht gern, v.a. wenn sie professionell gemacht sind. Also bitte keine alten Ausweisbilder in SW verwenden.

Es lohnt sich übrigens immer, sich Gedanken über die Kleidung zu machen, die man für Bewerbungsbilder wählt. Die Dame oben ist noch recht jung und will sich für einen künstlerischen Job bewerben, da passt ihr Outfit. Wenn es ein seriöserer Beruf ist, empfiehlt sich natürlich Business-Outfit. Und ganz egal, ob Sie das gerne hören oder nicht – unsere Welt ist immer noch sehr männer-dominiert. Deshalb empfehle ich Damen oft, sich nicht zu weiblich zu kleiden, sondern den männlichen Business-Style ein wenig zu kopieren. Achten Sie beim untenstehenden Foto darauf, wie es einmal eher weich und sanft wirkt und das andere Mal ganz stark business-like.

Das bringt ein gutes Bewerbungsbild

Zugegeben, gute Bewerbungsbilder kosten mehr als 9 Euro, nämlich oft so zwischen 50 und 120 Euro. Klingt viel? Dann setzen Sie das doch einmal in Relation zum ersten Gehalt, das Sie in der neuen Stelle bekommen, dann ist das gar nicht mehr so viel. Und stellen Sie sich vor, wie Sie sich ärgern, wenn ein Konkurrent den Job bekommt, weil er ein gutes Foto hatte und Sie das Nachsehen haben.

Gute Bewerbungsbilder zeichnen sich dadurch aus, dass Sie sich positiv von der Masse der Fotos abheben, welche die Personalchefs und -chefinnen bei Bewerbungen in die Hände bekommen. Dazu sollten sie natürlich nicht zu klein sein – optimal sind um die 6 x 9 cm. Sie hinterlassen einen so guten Eindruck, dass Ihre Bewerbung gelesen wird. Sie schaffen es damit sozusagen durch die erste Runde im Bewerbungs-Poker und haben gute Chancen, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

Was tun, wenn mich ein Kunde scheiße findet…

… so lautet der Titel eines Artikels, den meine Texter-Kollegin Gitte-Härter in ihrem Blog geschrieben hat.

Wenn es Ihnen auch ab und zu so geht, dass ein Kunde Ihre Arbeit nicht sachlich kritisiert, sondern in Bausch und Bogen ablehnt und dabei vielleicht sogar noch persönlich wird, dann sollten Sie sich diesen Artikel einmal durchlesen. Denn Gitte Härter zeigt darin Strategien auf, die helfen, den Konflikt zu entschärfen und vor allem das eigene Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Leider fragt man sich ja gerade als Kreativer mehr als einmal täglich, ob man wirklich gut genug sei.

Ein guter Bekannter hat mir kürzlich geschrieben, dass dieser Selbstzweifel wohl das Erkennungsmerkmal aller Fotografen sei, die gut sind. In diesem Sinne kann man ihn vielleicht sogar als Zeichen dafür begreifen, die eigene Arbeit hochzuschätzen.