Interview mit Manfred Baumann

Von Fotograf zu Fotograf – Interview mit Manfred Baumann

Manfred Baumann gehört zu den Größen am heimischen Fotografenhimmel. Wohl kaum jemand hierzulande hat so viele Promis vor der Linse gehabt wie er. Darüber hinaus betreibt er ein perfektes Marketing. Von diesem Fotografen kann man also viel lernen – hier das Interview mit ihm:

Albert Bloch (AB): Herr Baumann, in Österreich sind Sie vor allem als Akt- und Promi-Fotograf bekannt. Was reizt Sie denn so besonders an diesen beiden Genres?

Manfred Baumann (MB): Ich konzentriere mich sowohl auf die Portraitfotografie mit Prominenten wie auch auf die Umsetzung meiner Aktsujets und natürlich auch der Landschaftsbilder.

Mir ist immer wichtig, dass hinter meinen Bildern eine Geschichte steckt, die es dann gilt für sich selbst zu erzählen. Meine Aktfotografien haben sich in der letzten Zeit daher auch sehr gewandelt.

Mit prominenten Gesichtern zu arbeiten ist für mich immer wieder ein tolles Erlebnis, weil man einfach Menschen mit besonderer Geschichte trifft. Diese kann man deren Gesichtern auch ansehen. Aber die interessantesten Gesichter findet man oftmals auch ganz nahe bei sich, wie ich in meiner Ausstellung LIFE auch gezeigt habe.

Fotografieren, um glücklich zu sein

 AB: Sie wollten ja ursprünglich Einzelhandelskaufmann lernen, mit 27 Jahren zog es Sie dann allerdings zur kommerziellen Fotografie. Was hat den Ausschlag dazu gegeben und können Sie ein bisschen Ihren beruflichen Werdegang schildern?

MB: Meine erste Kamera schenkte mir mein Großvater und ich war sofort begeistert. Allerdings habe ich die Fotografie dann ein wenig aus den Augen verloren. Nach meiner Lehre ist mir dann allerdings immer bewusster geworden was ich gerne machen möchte und dass ich mit der Fotografie glücklich bin. Daher habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

AB: Was, glauben Sie, sind die wichtigsten Voraussetzungen, um als Fotograf erfolgreich zu werden und zu bleiben?

MB: Ich denke, es ist wichtig sich selbst treu zu bleiben und seinem Weg zu folgen, egal, was andere davon halten.  Auch denke ich, dass es wichtig ist, eine Idee hinter den Bildern zu verfolgen, nur dann werden es gute Bilder. Denn ein technisch perfektes Foto ist noch lange kein gutes Bild.

Neue Wege beschreiten bringt Erfolg

AB: Der Fotomarkt wird immer mehr von Mircrostocks und teilweise auch von ambitionierten Amateuren überflutet. In welchen Bereichen der Fotografie lässt sich Ihrer Meinung nach heute überhaupt noch Geld verdienen und in welchen nicht?

Man muss Gewohntes verlassen, um heute erfolgreich in der Fotografie arbeiten und von dieser leben zu können. Nur mit neuen und innovativen Ideen kommt man voran.

AB: Sie arbeiten hauptsächlich für gewerbliche Kunden. Hat sich das so ergeben oder war das eine bewusste Entscheidung? Und falls ja, welche Gründe stehen dahinter?

MB: Ich verfolge meinen eigenen Projekte und gleichzeitig sind immer mehr Kunden im In und Ausland auf meine Arbeiten gestoßen, so hat eins zum anderen geführt.

AB: Welche Tipps würden Sie Berufsanfängern mit auf den Weg geben, wenn diese Sie fragen, wie sie es in der Branche schaffen können?

MB: Für mich ist ein Bild dann gut, wenn es eine Geschichte erzählen kann, doch dem Betrachter noch genug Freiraum lässt, sich seine eigene Geschichte dazu zu denken. Das Auge macht das Bild und nicht die Kamera. Ich kann nur jedem raten, sich mehr um das Bild an sich zu kümmern und weg zu gehen von zu viele Retusche und Bearbeitung.

AB: Vielen Dank für das Interview!

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