Monthly Archives: Juli 2012

Farbmanagement 3: Der perfekte Druck

In der letzten Folge meiner Farbmanagement-Serie haben Sie gelernt, warum Monitorprofile so wichtig sind und wie man sie erstellt. Heute geht es darum, wie man perfekte Ausdrucke mithilfe von Farbprofilen erhält.

Hier noch einmal zur Erinnerung: Worum geht es beim Farbmanagement eigentlich?

Nun: Wir möchten, dass die Farben unserer Bilder aus der Kamera oder aus dem Scanner bis zum Druck möglichst ganz und möglichst genau beibehalten werden. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir ein bisschen Wissen über Farbräume und den Umgang mit ICC-Profilen, also Farbprofilen.

sRGB oder Adobe-RGB?

Als Besitzer einer Digitalkamera ist Ihnen sicher schon einmal aufgefallen, dass man als Farbraum sRGB und – in den meisten Fällen – auch Adobe-RGB einstellen kann. Was hat es damit auf sich?

sRGB ist der kleinste Farbraum, den eine Digitalkamera darstellen kann, es ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner des Farbmanagements. Selbst billige Monitore sollten alle Farben darstellen können, die sRGB umfasst (allerdings tun sie das nicht immer). Höherwertige Monitore, wie z.B. mein Modell von Quato, können sRGB zu 100 % darstellen.

Adobe-RGB ist ein deutlich größerer Farbraum, dh. er kann bei weitem mehr Farben darstellen. Wer seine Bilder also auf höchstem Niveau bearbeiten möchte, sollte seine Kamera immer auf “Adobe RGB” einstellen

Fotografiert man JPEGs, so werden die entstehenden Bilder in sRGB oder Adobe-RGB gespeichert. Anders im RAW-Format: Hier wird kein Farbprofil eingebettet.

Arbeitsfarbräume in der Bildbearbeitungs-Software

Wer seine Fotos als sRGB aufnimmt, braucht auch in Photoshop keinen anderen Arbeitsfarbraum zu wählen. Macht man seine Aufnahmen allerdings mit Adobe-RGB oder im RAW-Format, sollte es ein größerer Farbraum sein. Es empfiehlt sich Adobe-RGB oder ein Wide-Gamut-Farbraum wie ProPhoto-RGB, der leicht abgewandelt in Lightroom zum Einsatz kommt.

Man könnte meinen, dass ein möglichst großer Farbraum automatisch am besten sei. Das stimmt allerdings nur, wenn man auf ein durchgängiges Farbmanagement setzt. Ansonsten kann es spätestens beim Druck zu unangenehmen Überraschungen mit falschen Farben kommen.

Wie druckt der Printer endlich richtig?

Damit die Farben, die man auf dem Monitor sieht, auch aus dem Drucker kommen, benötigt man ICC-Profile. Jedes Papier, das man auf einem Drucker verwenden möchte, braucht ein eigenes Profil.

Sowohl Drucker- als auch Papierhersteller bieten in den Druckertreibern bzw. auf ihren Websites vorgefertigte Profile an, die für korrekte Farben sorgen sollen. In vielen Fällen funktioniert das erstaunlich gut. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, kommt um individuell erstellte Druckerprofile nicht herum.

Hierzu benötigt man ein Messgerät, wie das Color Munki oder Spyder 3. Die Profilierung funktioniert nun im Prinzip so, dass man bei ausgeschaltetem Farbmanagement ein Test-Chart ausdruckt und dieses dann mithilfe des Messgerätes vermisst. Die zugehörige Software erstellt dann ein Korrekturprofil für die jeweilige Papier-Tinte-Kombination. Anschließend wird das Profil an der richtigen Stelle im Betriebssystem abgespeichert.

Beim Druck ist es nun wichtig, darauf zu achten, dass das interne Farbmanagement des Druckertreibers ausgeschaltet ist und stattdessen das erstellte ICC-Profil verwendet wird. Damit steht perfekten Ausdrucken nichts mehr im Wege.

Filmen mit der DSLR

Video mit der DSLR

Heutige Spiegelreflexkameras bringen fast immer die Voraussetzungen für Videofilmen auf hohem Niveau mit.

Doch was ist zu beachten, wenn man sicher der Kunst des Filmens nähern möchte? Welche Bildrate wählt man, welche Belichtungszeit ist die richtige und warum sind beim Filmen Graufilter so wichtig?

The DSLR Cinematography Guide

Genau vor diesen Fragen bin auch ich gestanden, als ich mit dem Filmen mit der Spiegelreflex angefangen habe. Neben der Recherche im Internet hat mir vor allem das folgende, kostenlose E-Book geholfen: “The DSLR Cinematography Guide”.

Hier der Inhalt dieses englischsprachigen Büchleins in Kurzform:

  • Welche Spiegelreflex ist die richtige fürs Filmen?
  • Was bedeutet “Rolling Shutter”?
  • Welche Objektive soll ich verwenden?
  • Wie kann man Geld sparen und trotzdem die bestmöglich Ausrüstung zusammenstellen?
  • Warum sind Hot Pixels beim Filmen ein großes Problem, beim Fotografieren kaum?
  • Welche Ausrüstung ist sinnvoll, welche “nice to have” und was spart man sich lieber?
  • Wie kommt der Ton zum Film?
  • Was ist in der Post-Produktion zu beachten
  • Wie reduziert man das Bildrauschen am besten?

Dieses extrem hilfreiche und kostenlose E-Book erhaltet ihr unter der Adresse www.nofilmschool.com. Einfach registrieren und schon bekommt ihr euer Exemplar zugesandt.

Farbmanagement 2: Ausgangspunkt Monitorkalibration

Monitorprofil als Um und Auf

Wenn Sie Ihre Bilder am PC bearbeiten, sind Sie ständig mit dem Monitorprofil konfrontiert. Ob Sie Farben richtig wahrnehmen, hängt in erster Linie davon ab, ob Ihr Monitor richtig kalibriert ist. Ein befreundeter Fotograf hat einmal gesagt: “Bildbearbeitung ohne kalibrierten Monitor macht keinen Sinn.” Da kann ich ihm nur Recht geben.

Wenn Sie Ihre Bilder in Photoshop, Lightroom oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten, ist das Monitorprofil ständig aktiv. Am Monitor beurteilen Sie, wie die Farben auf Ihren Bildern ausschauen sollen. Möglicherweise möchten Sie sogar einen Eindruck davon erhalten, wie die Drucke der Bilder ausschauen werden. Das geht nur, wenn Sie einen profilierten Monitor haben.

Kalibrationsarten

Es gibt prinzipiell drei Arten, einen Monitor zu kalibrieren:

  1. Die Verwendung des Kalibrationsassistenten aus Mac OS X oder Adobe Gamma. Beide Verfahren kommen im Prinzip einer “Kalibration mit freiem Auge” gleich und sind daher ziemlich unbrauchbar.
  2. Kalibration mithilfe eines Messgerätes und Farbkorrektur über die Grafikkarte. Damit lassen sich recht gute Ergebnisse erzielen. Die Kalibration mithilfe der Grafikkarte bedeutet allerdings, dass das Signal der Grafikkarte zum Monitor verfälscht wird. Außerdem erfolgt sie mit einer relativ geringen Bitrate. (Wer’s technisch genauer wissen möchte: http://www.quato.de/german/06.php)
  3. Die präziseste Möglichkeit der Kalibration bieten hardwarekalibrierbare Monitore. Bei diesen wird der Monitor über seine interne Farbtabelle angepasst, das Signal der Grafikkarte bleibt unangetastet.

Farbkorrektur per Grafikkarte und LUT des Monitors

Dei beiden Abbildungen oben zeigen, wie sich die Korrektur der Farben bei den Methoden 2 und 3 unterschiedet. Bei der Korrektur mithilfe der Grafikkarte (Abbildung links) werden die Rot-, Grün- und Blauwerte der Grafikkarte verschoben, das Bildsignal wird also angetastet. Bei der Korrektur mithilfe der Farbtabelle des Monitors (Abbildung rechts) bleibt das Bildsignal unangetastet.

 So geht die Kalibration vor sich

Für die Monitorkalibration benötigt man ein Messgerät und eine geeignete Software. Meistens wird beides als Paket geliefert. Bekannte Kalibrationslösungen sind z.B. Spyder 3, Silver Haze, i1 Display oder Pantone Huey. Die Messgeräte werden auf den Monitor gesetzt, anschließend läuft eine Kalibrationsroutine der Software ab. So wird das Korrekturprofil ermittelt, welches anschließend am richtigen Ort gespeichert wird.

Vorher muss man sich allerdings ein paar Gedanken über folgende Parameter machen, welche auch von den Kalibrationsprogrammen abgefragt werden:

  • Wie hell soll der Gesamteindruck des Monitors sein?
  • Wo soll der Weißpunkt des Monitors liegen?
  • Welcher Gamma-Wert wird gewählt?

Bevor der Monitor kalibriert wird, sollte er eine gewisse Zeit warmlaufen. Zudem sollte man auf konsistentes Umgebungslicht ohne direkten Sonneneinfall achten. Bunte Wandbemalungen und ausgefallene Desktophintergründe sind einer Monitorkalibration auch nicht zuträglich.

Die Helligkeit von Grafikmonitoren wird in Candela pro Quadratmeter angegeben. Sie sollte sich zwischen 120 und 130 cd/qm bewegen. Das Messgerät schaut, dass das passt.

Der Weißpunkt des Monitors liegt meistens zwischen 5000 und 6500 Kelvin. 5000 Kelvin schauen wärmer, also gelblicher aus, 6500 Kelvin bläulicher, also kälter. Das Auge passt sich jedoch in kurzer Zeit an und interpretiert den gewählten Weißpunkt als reines Weiß.

Das native Monitorweiß von LCD-Monitoren liegt meistens nahe 6500 Kelvin. Daher ist es oft sinnvoll, dieses auch für die Monitorprofilierung zu verwenden.

Die Helligkeit von Büromonitoren ist für die Bildbearbeitung oft zu hoch. Das merken Sie daran, wenn Ihre Ausdrucke prinzipiell zu dunkel ausschauen. In diesem Fall müssen Sie die Helligkeit herunterregeln.

Das Gamma beeinflusst maßgeblich den Bildkontrast. Auch hier liegen Sie in der Regel mit dem nativen Monitor-Gamma richtig, das sich um 2,2 bewegt. Stellen Sie diesen Wert deshalb in der Kalibrationssoftware ein.

Nachdem Sie all diese Parameter in das Kalibrationsprogramm eingetragen haben, misst diese nun mithilfe des Messgerätes das Farbverhalten Ihres Monitors. Anschließend wird das erzeugte Monitorprofil automatisch am richtigen Ort des Betriebssystems abgelegt und automatisch aktiviert.

Farbmanagement 1: Grundlagen

Warum eigentlich Farbmanagement?

“Die Farben auf meinen Fotos stimmen nicht!” “In Wirklichkeit hat alles ganz anders ausgeschaut.” “Warum ist der Sonnenuntergang nicht richtig rot?”

Wohl jeder Fotograf ist schon einmal mit solchen oder ähnlichen Fragen konfrontiert gewesen. Da kommen Farben anders aus dem Drucker oder aus dem Labor, als man das wollte. Warum ist das so? Die Antwort ist fast immer in einem fehlenden oder mangelhaften Farbmanagement zu finden.

Beginnend mit diesem Beitrag werde ich in nächster Zeit eine Einführung über Farbmanagement und die Faktoren, die darauf Einfluss nehmen, geben. Wer sich diese Artikel durchliest, sollte danach in der Lage sein, farblich einwandfreie Fotos zu erzeugen.

Warum braucht es überhaupt ein Farbmanagement?

Wem es egal ist, ob die Farben auf seinen fertigen Papierbildern mit denen übereinstimmen, die er am Monitor der Kamera und später am Monitor des Computers sah, der braucht kein Farbmanagement. Wer jedoch die Kontrolle darüber haben möchte, dass die Farben, welche mithilfe der Kamera aufgenommen wurden, am Monitor und später am Drucker korrekt angezeigt werden, der kommt darum nicht herum.

Jedes Ein- und Ausgabegerät interpretiert Farbe anders. Das beginnt schon bei der Kamera. Nimmt man zwei Kameras des gleichen Fabrikats und Typs und schaut man sich die Bilder dann am Computer an, wird man feststellen, dass selbst zwischen diesen Bildern Unterschiede herrschen. Die Kameras interpretieren Farben also jeweils anders.

Wieviel Kalibration für wen?

Was kann man nun denn eigentlich alles kalibrieren und für wen lohnt es sich – hier eine kurze, nicht vollständige Übersicht:

  • Kameras: Wer mehr als eine Kamera nutzt, für den kann es sinnvoll sein, die Kameras zu kalibrieren. So erhält man einen Ausgangspunkt für die weitere Bildbearbeitung.
  • Scanner: Wer viel mit seinem Scanner arbeitet, sollte auch den kalibrieren. So kann man sichergehen, dass die Farben der Vorlage korrekt wiedergegeben werden.
  • Monitor: Dieser sollte auf jeden Fall kalibriert werden. Ohne kalibrierten Monitor ist eine sinnvolle Bildbearbeitung nicht möglich. Die besten Möglichkeiten zur Kalibration bieten hardwarekalibrierbare Modelle, wie der von mir verwendete Quato IntelliProof 270 ex.
  • Drucker: Wer seine Bilder auf dem eigenen Drucker printet, muss auch diesen kalibrieren. Nur so ist sichergestellt, dass der Drucker die Bilder so auswirft, wie man sie am Monitor sieht.
  • Beamer, Fernseher etc.: Auch diese Geräte lassen sich natürlich kalibrieren. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, wie oft man sie für farbkritische Arbeiten benutzt.

 Wie funktoniert die Kalibration?

Bei der Kalibration von Ein- und Ausgabegeräten bedient man sich so genannter ICC-Profile. Vereinfacht gesagt wird dazu gemessen, wie ein Ein- oder Ausgabegerät Farben im Vergleich zu genormten Referenzfarben darstellt. Die Abweichung davon wird in den ICC-Profilen gespeichert. Diese werden dann mithilfe geeigneter Software genutzt, um diese Abweichung zu korrigieren.

Um ICC-Profile zu erstellen, benötigt man geeignete Messgeräte, welche messen, wie z.B. der Monitor oder der Drucker Farben darstellt. Mehr dazu in den folgenden Beiträgen.

Die Komponenten des Farbmanagements

Farbmanagement verfolgt das Ziel, Farben auf verschiedenen Geräten konsistent darzustellen. Die Farbe soll auch dann korrekt dargestellt werden, wenn man z.B. einen anderen Monitor, einen neuen Computer oder einen anderen Drucker verwendet. Damit das funktioniert, braucht es ziemlich viel Technik. Um den Großteil davon müssen Sie sich allerdings nicht kümmern.

Für Sie interessant sind die Farbprofile. Mit mindestens zwei davon haben Sie immer zu tun, denn ein funktionierendes Farbmangement-System bemötigt immer zwei Profile: einmal in Form eines Arbeitsfarbraumes und einmal in Form eines ICC- oder Korrekturprofiles, in welchem die Darstellungseigenschaften von Farben des betreffenden Gerätes beschrieben werden.

In der Bildbearbeitung sollten Sie sich übrigens nicht für den kleinen sRBG-Farbraum entscheiden. Besser ist Adobe-RGB. ECI-RGB ist für die Druckvorstufe gedacht. Der erweiterte ProPhoto-Farbraum ist nur dann sinnvoll, wenn Sie Ihre Bilder prinzipiell als RAW aufnehmen und bearbeiten und wenn Ihr Monitor mit diesem Farbraum auch umgehen kann.

So, das war’s für heute. Nächstes Mal folgt das Thema Monitorkalibration.

Wer inzwischen mehr wissen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der Quato-Website, wo es ein Brevier zum Thema Farbmanagement gibt.