Farbmanagement 1: Grundlagen

Warum eigentlich Farbmanagement?

“Die Farben auf meinen Fotos stimmen nicht!” “In Wirklichkeit hat alles ganz anders ausgeschaut.” “Warum ist der Sonnenuntergang nicht richtig rot?”

Wohl jeder Fotograf ist schon einmal mit solchen oder ähnlichen Fragen konfrontiert gewesen. Da kommen Farben anders aus dem Drucker oder aus dem Labor, als man das wollte. Warum ist das so? Die Antwort ist fast immer in einem fehlenden oder mangelhaften Farbmanagement zu finden.

Beginnend mit diesem Beitrag werde ich in nächster Zeit eine Einführung über Farbmanagement und die Faktoren, die darauf Einfluss nehmen, geben. Wer sich diese Artikel durchliest, sollte danach in der Lage sein, farblich einwandfreie Fotos zu erzeugen.

Warum braucht es überhaupt ein Farbmanagement?

Wem es egal ist, ob die Farben auf seinen fertigen Papierbildern mit denen übereinstimmen, die er am Monitor der Kamera und später am Monitor des Computers sah, der braucht kein Farbmanagement. Wer jedoch die Kontrolle darüber haben möchte, dass die Farben, welche mithilfe der Kamera aufgenommen wurden, am Monitor und später am Drucker korrekt angezeigt werden, der kommt darum nicht herum.

Jedes Ein- und Ausgabegerät interpretiert Farbe anders. Das beginnt schon bei der Kamera. Nimmt man zwei Kameras des gleichen Fabrikats und Typs und schaut man sich die Bilder dann am Computer an, wird man feststellen, dass selbst zwischen diesen Bildern Unterschiede herrschen. Die Kameras interpretieren Farben also jeweils anders.

Wieviel Kalibration für wen?

Was kann man nun denn eigentlich alles kalibrieren und für wen lohnt es sich – hier eine kurze, nicht vollständige Übersicht:

  • Kameras: Wer mehr als eine Kamera nutzt, für den kann es sinnvoll sein, die Kameras zu kalibrieren. So erhält man einen Ausgangspunkt für die weitere Bildbearbeitung.
  • Scanner: Wer viel mit seinem Scanner arbeitet, sollte auch den kalibrieren. So kann man sichergehen, dass die Farben der Vorlage korrekt wiedergegeben werden.
  • Monitor: Dieser sollte auf jeden Fall kalibriert werden. Ohne kalibrierten Monitor ist eine sinnvolle Bildbearbeitung nicht möglich. Die besten Möglichkeiten zur Kalibration bieten hardwarekalibrierbare Modelle, wie der von mir verwendete Quato IntelliProof 270 ex.
  • Drucker: Wer seine Bilder auf dem eigenen Drucker printet, muss auch diesen kalibrieren. Nur so ist sichergestellt, dass der Drucker die Bilder so auswirft, wie man sie am Monitor sieht.
  • Beamer, Fernseher etc.: Auch diese Geräte lassen sich natürlich kalibrieren. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, wie oft man sie für farbkritische Arbeiten benutzt.

 Wie funktoniert die Kalibration?

Bei der Kalibration von Ein- und Ausgabegeräten bedient man sich so genannter ICC-Profile. Vereinfacht gesagt wird dazu gemessen, wie ein Ein- oder Ausgabegerät Farben im Vergleich zu genormten Referenzfarben darstellt. Die Abweichung davon wird in den ICC-Profilen gespeichert. Diese werden dann mithilfe geeigneter Software genutzt, um diese Abweichung zu korrigieren.

Um ICC-Profile zu erstellen, benötigt man geeignete Messgeräte, welche messen, wie z.B. der Monitor oder der Drucker Farben darstellt. Mehr dazu in den folgenden Beiträgen.

Die Komponenten des Farbmanagements

Farbmanagement verfolgt das Ziel, Farben auf verschiedenen Geräten konsistent darzustellen. Die Farbe soll auch dann korrekt dargestellt werden, wenn man z.B. einen anderen Monitor, einen neuen Computer oder einen anderen Drucker verwendet. Damit das funktioniert, braucht es ziemlich viel Technik. Um den Großteil davon müssen Sie sich allerdings nicht kümmern.

Für Sie interessant sind die Farbprofile. Mit mindestens zwei davon haben Sie immer zu tun, denn ein funktionierendes Farbmangement-System bemötigt immer zwei Profile: einmal in Form eines Arbeitsfarbraumes und einmal in Form eines ICC- oder Korrekturprofiles, in welchem die Darstellungseigenschaften von Farben des betreffenden Gerätes beschrieben werden.

In der Bildbearbeitung sollten Sie sich übrigens nicht für den kleinen sRBG-Farbraum entscheiden. Besser ist Adobe-RGB. ECI-RGB ist für die Druckvorstufe gedacht. Der erweiterte ProPhoto-Farbraum ist nur dann sinnvoll, wenn Sie Ihre Bilder prinzipiell als RAW aufnehmen und bearbeiten und wenn Ihr Monitor mit diesem Farbraum auch umgehen kann.

So, das war’s für heute. Nächstes Mal folgt das Thema Monitorkalibration.

Wer inzwischen mehr wissen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der Quato-Website, wo es ein Brevier zum Thema Farbmanagement gibt.

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