Farbmanagement 2: Ausgangspunkt Monitorkalibration

Monitorprofil als Um und Auf

Wenn Sie Ihre Bilder am PC bearbeiten, sind Sie ständig mit dem Monitorprofil konfrontiert. Ob Sie Farben richtig wahrnehmen, hängt in erster Linie davon ab, ob Ihr Monitor richtig kalibriert ist. Ein befreundeter Fotograf hat einmal gesagt: “Bildbearbeitung ohne kalibrierten Monitor macht keinen Sinn.” Da kann ich ihm nur Recht geben.

Wenn Sie Ihre Bilder in Photoshop, Lightroom oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten, ist das Monitorprofil ständig aktiv. Am Monitor beurteilen Sie, wie die Farben auf Ihren Bildern ausschauen sollen. Möglicherweise möchten Sie sogar einen Eindruck davon erhalten, wie die Drucke der Bilder ausschauen werden. Das geht nur, wenn Sie einen profilierten Monitor haben.

Kalibrationsarten

Es gibt prinzipiell drei Arten, einen Monitor zu kalibrieren:

  1. Die Verwendung des Kalibrationsassistenten aus Mac OS X oder Adobe Gamma. Beide Verfahren kommen im Prinzip einer “Kalibration mit freiem Auge” gleich und sind daher ziemlich unbrauchbar.
  2. Kalibration mithilfe eines Messgerätes und Farbkorrektur über die Grafikkarte. Damit lassen sich recht gute Ergebnisse erzielen. Die Kalibration mithilfe der Grafikkarte bedeutet allerdings, dass das Signal der Grafikkarte zum Monitor verfälscht wird. Außerdem erfolgt sie mit einer relativ geringen Bitrate. (Wer’s technisch genauer wissen möchte: http://www.quato.de/german/06.php)
  3. Die präziseste Möglichkeit der Kalibration bieten hardwarekalibrierbare Monitore. Bei diesen wird der Monitor über seine interne Farbtabelle angepasst, das Signal der Grafikkarte bleibt unangetastet.

Farbkorrektur per Grafikkarte und LUT des Monitors

Dei beiden Abbildungen oben zeigen, wie sich die Korrektur der Farben bei den Methoden 2 und 3 unterschiedet. Bei der Korrektur mithilfe der Grafikkarte (Abbildung links) werden die Rot-, Grün- und Blauwerte der Grafikkarte verschoben, das Bildsignal wird also angetastet. Bei der Korrektur mithilfe der Farbtabelle des Monitors (Abbildung rechts) bleibt das Bildsignal unangetastet.

 So geht die Kalibration vor sich

Für die Monitorkalibration benötigt man ein Messgerät und eine geeignete Software. Meistens wird beides als Paket geliefert. Bekannte Kalibrationslösungen sind z.B. Spyder 3, Silver Haze, i1 Display oder Pantone Huey. Die Messgeräte werden auf den Monitor gesetzt, anschließend läuft eine Kalibrationsroutine der Software ab. So wird das Korrekturprofil ermittelt, welches anschließend am richtigen Ort gespeichert wird.

Vorher muss man sich allerdings ein paar Gedanken über folgende Parameter machen, welche auch von den Kalibrationsprogrammen abgefragt werden:

  • Wie hell soll der Gesamteindruck des Monitors sein?
  • Wo soll der Weißpunkt des Monitors liegen?
  • Welcher Gamma-Wert wird gewählt?

Bevor der Monitor kalibriert wird, sollte er eine gewisse Zeit warmlaufen. Zudem sollte man auf konsistentes Umgebungslicht ohne direkten Sonneneinfall achten. Bunte Wandbemalungen und ausgefallene Desktophintergründe sind einer Monitorkalibration auch nicht zuträglich.

Die Helligkeit von Grafikmonitoren wird in Candela pro Quadratmeter angegeben. Sie sollte sich zwischen 120 und 130 cd/qm bewegen. Das Messgerät schaut, dass das passt.

Der Weißpunkt des Monitors liegt meistens zwischen 5000 und 6500 Kelvin. 5000 Kelvin schauen wärmer, also gelblicher aus, 6500 Kelvin bläulicher, also kälter. Das Auge passt sich jedoch in kurzer Zeit an und interpretiert den gewählten Weißpunkt als reines Weiß.

Das native Monitorweiß von LCD-Monitoren liegt meistens nahe 6500 Kelvin. Daher ist es oft sinnvoll, dieses auch für die Monitorprofilierung zu verwenden.

Die Helligkeit von Büromonitoren ist für die Bildbearbeitung oft zu hoch. Das merken Sie daran, wenn Ihre Ausdrucke prinzipiell zu dunkel ausschauen. In diesem Fall müssen Sie die Helligkeit herunterregeln.

Das Gamma beeinflusst maßgeblich den Bildkontrast. Auch hier liegen Sie in der Regel mit dem nativen Monitor-Gamma richtig, das sich um 2,2 bewegt. Stellen Sie diesen Wert deshalb in der Kalibrationssoftware ein.

Nachdem Sie all diese Parameter in das Kalibrationsprogramm eingetragen haben, misst diese nun mithilfe des Messgerätes das Farbverhalten Ihres Monitors. Anschließend wird das erzeugte Monitorprofil automatisch am richtigen Ort des Betriebssystems abgelegt und automatisch aktiviert.

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