Farbmanagement 3: Der perfekte Druck

In der letzten Folge meiner Farbmanagement-Serie haben Sie gelernt, warum Monitorprofile so wichtig sind und wie man sie erstellt. Heute geht es darum, wie man perfekte Ausdrucke mithilfe von Farbprofilen erhält.

Hier noch einmal zur Erinnerung: Worum geht es beim Farbmanagement eigentlich?

Nun: Wir möchten, dass die Farben unserer Bilder aus der Kamera oder aus dem Scanner bis zum Druck möglichst ganz und möglichst genau beibehalten werden. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir ein bisschen Wissen über Farbräume und den Umgang mit ICC-Profilen, also Farbprofilen.

sRGB oder Adobe-RGB?

Als Besitzer einer Digitalkamera ist Ihnen sicher schon einmal aufgefallen, dass man als Farbraum sRGB und – in den meisten Fällen – auch Adobe-RGB einstellen kann. Was hat es damit auf sich?

sRGB ist der kleinste Farbraum, den eine Digitalkamera darstellen kann, es ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner des Farbmanagements. Selbst billige Monitore sollten alle Farben darstellen können, die sRGB umfasst (allerdings tun sie das nicht immer). Höherwertige Monitore, wie z.B. mein Modell von Quato, können sRGB zu 100 % darstellen.

Adobe-RGB ist ein deutlich größerer Farbraum, dh. er kann bei weitem mehr Farben darstellen. Wer seine Bilder also auf höchstem Niveau bearbeiten möchte, sollte seine Kamera immer auf “Adobe RGB” einstellen

Fotografiert man JPEGs, so werden die entstehenden Bilder in sRGB oder Adobe-RGB gespeichert. Anders im RAW-Format: Hier wird kein Farbprofil eingebettet.

Arbeitsfarbräume in der Bildbearbeitungs-Software

Wer seine Fotos als sRGB aufnimmt, braucht auch in Photoshop keinen anderen Arbeitsfarbraum zu wählen. Macht man seine Aufnahmen allerdings mit Adobe-RGB oder im RAW-Format, sollte es ein größerer Farbraum sein. Es empfiehlt sich Adobe-RGB oder ein Wide-Gamut-Farbraum wie ProPhoto-RGB, der leicht abgewandelt in Lightroom zum Einsatz kommt.

Man könnte meinen, dass ein möglichst großer Farbraum automatisch am besten sei. Das stimmt allerdings nur, wenn man auf ein durchgängiges Farbmanagement setzt. Ansonsten kann es spätestens beim Druck zu unangenehmen Überraschungen mit falschen Farben kommen.

Wie druckt der Printer endlich richtig?

Damit die Farben, die man auf dem Monitor sieht, auch aus dem Drucker kommen, benötigt man ICC-Profile. Jedes Papier, das man auf einem Drucker verwenden möchte, braucht ein eigenes Profil.

Sowohl Drucker- als auch Papierhersteller bieten in den Druckertreibern bzw. auf ihren Websites vorgefertigte Profile an, die für korrekte Farben sorgen sollen. In vielen Fällen funktioniert das erstaunlich gut. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, kommt um individuell erstellte Druckerprofile nicht herum.

Hierzu benötigt man ein Messgerät, wie das Color Munki oder Spyder 3. Die Profilierung funktioniert nun im Prinzip so, dass man bei ausgeschaltetem Farbmanagement ein Test-Chart ausdruckt und dieses dann mithilfe des Messgerätes vermisst. Die zugehörige Software erstellt dann ein Korrekturprofil für die jeweilige Papier-Tinte-Kombination. Anschließend wird das Profil an der richtigen Stelle im Betriebssystem abgespeichert.

Beim Druck ist es nun wichtig, darauf zu achten, dass das interne Farbmanagement des Druckertreibers ausgeschaltet ist und stattdessen das erstellte ICC-Profil verwendet wird. Damit steht perfekten Ausdrucken nichts mehr im Wege.

This entry was posted in Allgemein.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*