Interview mit Quato

“Der Profi greift zu Profi-Hardware” – Interview mit Quato

Quato ist einer der Hauptakteure am Markt für hardwarekalibrierbare Monitore. Seit zwei Monaten hat mir die Firma freundlicherweise eines Ihrer Top-Produkte, den IntelliProof 270ex, zum Testen zur Verfügung gestellt. Der ein oder andere Fotografenkollege hat ihn sich auch schon angeschaut und war vom Unterschied zu meinem alten Monitor begeistert. Dennoch höre ich immer wieder: “Ja, so ein Quato ist ja ganz schön. Aber für das Geld bekomme ich mindestens zwei Dell (Sony, Nec, etc.) und die zeigen die Farben genauso gut an.”

Subjektiv kann ich nur sagen, dass das definitiv nicht so ist. Erst seit ich den Quato habe, gehören diverse Problem beim Farbmanagement für mich endgültig der Vergangenheit an. Da ich allerdings auch kein Techniker bin, habe ich Jürgen Zülch, Verkaufsleiter von Quato, und Wolfgang Balkenohl, Geschäftsführer, zum Interview gebeten.

 

Albert Bloch: (AB): Wie lange produziert Quato eigentlich schon Monitore?

Quato: Die Firma Quatographic produziert bereits seit 21 Jahren Monitore ausschließlich für das grafische Gewerbe. Wir exportieren unsere Geräte weltweit, jedoch mit dem Fokus auf Europa. Wir beschäftigen 27 Mitarbeiter, die stolz darauf sind, mit die besten Monitore im hardwarekalibrierbaren Bereich zu produzieren.

AB: Was hebt Quato-Monitore eigentlich von herkömmlichen Monitoren ab?

Quato: Wir entwickeln die Kalibrationssoftware zu unseren Monitoren selbst. Das  ermöglicht es uns, eine Lösung aus einem Guss anzubieten.

Eine solche Lösung ist einer zugekauften Standard-Software vorzuziehen, da Software und Geräte aufeinander abgestimmt werden können. In unsere Software ist zudem der U-DACT-Test integriert. Dabei handelt es sich um eine Software (UGRA – Display Analysis and Certification Tool), die von der UGRA (einer unabhängigen Institution) entwickelt wurde, um die Prooftauglichkeit von Monitoren zu testen und zu zertifizieren.

Alle unsere Monitore werden einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Damit kann der Anwender sicher sein, dass ein Gerät, das er erwirbt, alle erforderlichen Qualitätskriterien erfüllt. Im Klartext: Alle Monitore, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden schon in der Produktion aussortiert. Jeder Monitor verlässt das Haus nach umfangreichen Einzeltests mit einem entsprechenden Prüfprotokoll.

Software- vs. Hardware-Kalibration

AB: Fotografen sagen mir oft: „Ja, die Monitore von Quato, Eizo oder Nec sind schon super, aber besser als mein XY-Monitor sind sie auch nicht – nur teurer.“ Wo liegen jetzt wirklich die Unterschiede?

Quato: Um Farben richtig beurteilen zu können, muss man einen kalibrierten Monitor haben, vorzugsweise einen hardware-kalibrierten Monitor. Nur so sind die Farben, die auf dem Monitor dargestellt werden, genau definiert. Alles andere kommt einem Schuss ins Blaue gleich.

In der Tat gibt es z.T. erhebliche Unterschiede. Wenn wir nun bei dem Beispiel mit dem XY-Büromonitor bleiben: Diese Monitore sind, wenn überhaupt, nur Software-kalibrierbar. Je weiter man nun bei einer reinen  Softwarekalibration mit den Werten, auf die man den Monitor kalibriert, von den nativen Werten des Displays abweicht, um so größer sind die Tonwertverluste, die durch die Korrekturen verursacht werden. Man hat dann statt der ursprünglich ca. 16,8 Millionen Farben nur noch 8 bis 12 Millionen Farben zur Verfügung.

Dieser Verlust an Tonwertstufen ist in feinen, eigentlich glatten Farbverläufen als Stufigkeit sichtbar (sogen. Banding). Die fehlenden Tonwerte werden den jeweils nächsten verbliebenen Stufen zugeordnet wodurch die Stufigkeit entsteht. Da die Zwischentöne fehlen, ist natürlich eine genaue Beurteilung des jeweiligen Bildes nicht möglich.  Wenn Sie einen schlechten Software-kalibrierten Monitor haben, können sogar regelrechte Farbabrisse zu sehen sein.

Auf welche Monitor-Merkmale sollten Fotografen achten – was ist wichtig, was nice to have und was unnötig?

Sofern der Anwender, was hier immer vorausgesetzt wird, hohe Ansprüche sowohl an die eigene Arbeit als auch an die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse hat, ist ein Hardware-kalibrierter Monitor ein Muss. Aber viele Anwender sind, wie schon erwähnt, mit dem zufrieden, was ihnen ihr XY-Monitor bietet. Wobei hier dann sicher eine Software-Kalibration immer noch besser ist als gar keine Kalibration. Es muss seitens des Anwenders ein gewisser Anspruch an die Qualtität der Darstellung gegeben sein.

Unser Meinung nach kann man das mit einem Hobby-Handwerker vergleichen, der sich einen 20-Euro- Akkuschrauber kauft und im Gegensatz dazu den echten Handwerker-Profi, der solch ein Gerät beruflich einsetzt und dann zu einem hochwertigen Gerät z.B. von Makita für 200 EUR greift.Beide Geräte machen im Prinzip das gleiche, aber um dauerhaft verlässlich arbeiten zu können, wählt man nicht das Baumarktangebot.

Zukunft LED-Panel

Albert Bloch: Hardwarekalibrierbare Monitore sind ja inzwischen auf einem sehr hohen Qualitätslevel angekommen – was können wir für die Zukunft überhaupt noch an Verbesserungen erwarten?

Quato: Bei Hardware-kalibrierbaren Monitoren ist das Bestreben gegeben, einen noch größeren Farbraum abzudecken bzw. alle möglichen Farbräume  darstellen zu können.

Was man in der Zukunft erwarten kann, ist insofern eine nicht leicht zu beantwortende Frage, da wir ja nie wissen, was die Panel-Hersteller uns an Panels anbieten. Es ist wohl abzusehen, dass es bald nur noch Monitore mit LED-Hintergrundbeleuchtung gibt. Hier ist Quato bereits führend, da wir als einziger Anbieter bereits einen Monitor mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung anbieten.

Kurz die Vorteile: Hohe Lebenserwartung, nochmals verbesserte Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung durch 1620 kleine RGB-Leuchtdioden.  Unser IP 240 LED excellence  ist zur Zeit der Monitor  mit dem  größten darstellbaren Farbraum.

Albert Bloch: Bieten Sie auch weitergehende Information zum Thema Farbmanagement?

Quato: Interessierte Anwender sollten unsere FAQ auf unsere Homepage besuchen (http://faq.quato.de/) . Dort werden viele relevanten Fragen zum Colormangement beantwortet.

Albert Bloch: Vielen Dank für das Interview!

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