“Leider nur für Fachredaktionen…”

Wer in diverse Fotozeitschriften schaut, kann sich oftmals des Eindrucks nicht erwehren, dass hier vor allem Presseaussendungen von Kameraherstellern verwertet werden. Natürlich gibt es rühmliche Ausnahmen. Doch, ganz ehrlich, wo informiert sich der durchschnittliche potenzielle Käufer denn heute vor einem Kauf: in einer Zeischrift oder im Internet? Und was beeinflusst die Kaufentscheidung wohl mehr? Das, was ein Fachredakteur geschrieben hat oder das, was jemand geschrieben hat, der das Produkt dann auch wirklich verwenden, also kaufen, wird?

Authentische Meinungen beeinflussen Kauf mehr als Journalisten-Meinungen

In den heimischen Firmenzentralen ist es offenbar noch nicht angekommen, dass der Großteil der Kaufentscheidungen heute nach der Konsultation des Internets getroffen wird. Mehrmals habe ich in jüngster Vergangenheit bei Firmen wie Nikon oder Fuji angefragt, ob ich Ihre neuen Produkte testen dürfe. Im Gegenzug versprach ich einen Testbericht auf meinem Blog, der allerdings meine eigene Meinung wiedergeben würde und nicht geschönt sein sollte.

Von Nikon Österreich und Fuji Deutschland erhielt ich nahezu gleichlautende Absagen mit folgendem Wortlaut:

Vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der FUJIFILM X-E1. Testmuster stellen wir allerding nur Fachredaktionen zur Verfügung, die eine Berichterstattung zum jeweiligen Produkt planen. Daher muss ich Ihnen leider hinsichtlich einer Teststellung absagen. Ich bitte um ihr Verständnis.

Rühmliche Ausnahme war hier lediglich Olympus. Unkompliziert und kompetent hielt ich hier innerhalb von ein paar Tagen ein Testmuster der neuen OM-D in Händen.

Blogger sollten ernst genommen werden

In anderen Ländern sind die Firmen da offenbar schon etwas schlauer. Sie haben offenbar gecheckt, dass Blogs viel häufiger für Kaufentscheidungen verantwortlich sind als Fachzeitschriften. Wer sich z.B. die Website des Fotografen Bert Stephani anschaut, wird feststellen, dass die belgischen Foto-Firmen sehr wohl gewillt sind, Ihre Produkte zum Test bereitzustellen. Und in Amerika ist das sowieso Usus.

Warum also nicht bei uns?

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