Monthly Archives: März 2013

Zu Besuch in der Pathologie

Mein aktuelles Projekt “Lebensadern” beleuchtet verschiedenste Bereiche unseres Lebens. Ein wesentlicher Faktor unseres Lebens ist die Gesundheit und damit verbunden die Menschen, die dafür sorgen, dass wir gesund werden und bleiben.

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Primar Dr. Heinz Regele und seinen MitarbeiterInnen, dass sie mir einen Blick ins Innere der pathologischen Station gewährt haben – ein Blick, der einem als Nicht-Mediziner normalerweise verschlossen bleibt.

Im Seziersaal

Mein Besuch in der Patho begann im Seziersaal. Hier werden Menschen auf Ihre Todesursache hin untersucht, sofern diese unklar ist. Das Ganze ist keineswegs makaber, es gibt auch nicht die Scherzchen, die man aus diversen Arzt-Serien kennt. Hier herrscht vielmehr Konzentration, gepaart mit Pietät. Im Bild oben war gerade eine Gruppe StudentInnen anwesend, die der Sektion zu Lehrzwecken beiwohnen durfte.

Leichenkühlraum
Leichenkühlraum

 

Die Körper der Verstorbenen werden im Leichenkühlraum der Pathologie gelagert. Im Bild oben ist Walter Nagele zu sehen, der sehr darauf achtet, dass die Toten mit Würde behandelt werden. Die MitarbeiterInnen der Pathologie helfen u.a. auch den Bestattern beim Einsargen der Toten. Ich habe Walter Nagele gefragt, ob ihn sein Job nicht belaste. Er meinte, er sehe seinen Beruf wie ein Buch, das man nach Arbeitsschluss zuklappen kann. Belastend sei nicht der Umgang mit den Toten an sich, sondern die Schicksale, die oft dahinter stehen.

 

Anfertigen von Präparaten
Anfertigen von Präparaten

 

Schneiden einer Gewebsprobe
Schneiden einer Gewebsprobe

An der Pathologie werden jedoch nicht nur Sektionen gemacht. Den Großteil der Arbeit stellt das Untersuchen von Gewebsproben und das Anfertigen von Präparaten dar. Die Gewerbsproben werden in Paraffinblöcke eingegossen und danach in hauchdünne, nur 2-Tausendstelmillimeter dicke Scheiben geschnitten, die man dann unter dem Mikroskop begutachten kann.

 

Untersuchung eines Stückes Magen
Untersuchung eines Stückes Magen

 

Auch größere Gewebsproben werden im Labor der Pathologie untersucht. Die Ärzte und Ärztinnen begutachten die Problen und tasten sie auch ab. Dadurch lassen sich z.B. Knoten im Gewebe feststellen. Anschließend zerteilen sie die Proben in kleinere Stücke, die dann weiter untersucht werden.

 

Gewerbsproben zur Mittagszeit
Gewerbsproben zur Mittagszeit

 

Gegen Mittag werden die diversen Proben den einzelnen Abteilungen der Klinik zugestellt. Dann ist der ganze, riesige Tisch im Labor der Pathologie mit Proben vollgestellt.

Auf den Spuren des Wassers

Wasser ist eine wirkliche Lebensader. Daher lag es für mein Fotoprojekt “Lebensadern” nahe, mich auf die Spuren unseres Trinkwassers zu machen. Auf den ersten Blick schaut das ja ganz einfach aus: Wir drehen am Wasserhahn und schon plätschert sauberes, frisches Trinkwasser heraus. Dass dahinter eine enorme Logistik steckt, ist nur den wenigsten bewusst.

Mein Dank gilt wieder Innsbrucker Kommunalbetrieben, im Speziellen den Herren Robert Gschleiner und Christian Hupfauf, die mir den Besuch im Innsbrucker Hochbehälter Mühlau ermöglicht haben.

Eindruck aus dem Hochbehälter Mühlau
Eindruck aus dem Hochbehälter Mühlau

Der Hochbehälter im Innsbrucker Ortsteil Mühlau ist der größte der Stadt. Er wird aus den Mühlauer Quellen gespeist und versorgt rund 90 Prozent der Stadt mit Trinkwasser. Das Wasser ist so klar, dass man meinen könnte, von der Wasseroberfläche bis zum Boden des Behälters seien es nur 1,5 bis 2 Meter. Tatsächlich sind es über 5 Meter.

Zufluss zum Hochbehälter Mühlau
Zufluss zum Hochbehälter Mühlau

Das Wasser darf nicht lange im Hochbehälter verweilen, damit es keimfrei bleibt. Das bedeutet, dass das Frischwasser ständig nachgefüllt wird und maximal 8 Stunden im Hochbehälter bleibt.

Blick in das Pumpenhaus
Blick in das Pumpenhaus

Besuch im Krematorium

Momentan arbeite ich an einem Fotoprojekt namens “Lebensadern”. Dabei geht es mir darum, Bereiche unseres Lebens aufzuzeigen, die dieses am Laufen halten, ohne dass uns das bewusst ist. Meine Themen sind u.a. Wirtschaft, Unterhaltung, Verkehr, Infrastruktur und Medizin. Und je länger ich am Projekt arbeite, desto mehr neue Themen tun sich auf.

Das extrem Spannende an den “Lebensadern” ist, dass ich dabei in Firmen und Institutionen in Tirol fotografieren darf, die einem normalerweise verschlossen bleiben. Dafür ein herzliches “Danke” an alle, die mir das ermöglichen.

Mit dem Tod auf du und du

Ein Thema, mit dem sich die meisten von uns nur ungern beschäftigen, ist der Tod. Und dennoch ist er für viele Menschen Inhalt ihrer täglichen Arbeit. Man denke nur an die Bestatter, Totengräber oder auch die Mitarbeiter in den Krematorien.Vielen Dank an die freundlichen Herren der Innsbrucker Kommunalbetriebe, die mir einen Einblick in die Arbeit des Krematoriums Innsbruck ermöglichten.

Öfen im Innsbrucker Krematorium
Öfen im Innsbrucker Krematorium

Von außen betrachtet ist das Innsbrucker Krematorium ein recht schlichter, sachlicher Bau. Und auch innen setzt sich dieser Eindruck fort. Das erklärt sich dadurch, dass das Krematorium normalerweise nicht Ort des Abschieds von den Verstorbenen ist, das kommt nur in Ausnahmefällen vor. Pro Tag werden hier im Schnitt zwischen 8 und zehn Tote kremiert, die erste Kremierung beginnt normalerweise um 7 Uhr.

 

Krematoriums-Mitarbeiter kontrolliert den Ablauf der Kremierung
Krematoriums-Mitarbeiter kontrolliert den Ablauf der Kremierung
Asche
Die Überreste nach der Kremation

Die Temperatur in den Kremationsöfen erreicht weit über 1000 Grad Celsius. In dieser Hitze bleiben nur wenige Bestandteile des menschlichen Körpers erhalten und selbst diese ändern ihre chemische Struktur. Im Fachjargon wird das mit Kalzinieren bezeichnet. Die “Asche” nach der Kremation schaut deshalb auch nicht so aus, wie wir uns Asche vorstellen. Es handelt sich vielmehr um klumpenförmige Gebilde, durchsetzt mit Knochenüberresten. Diese werden noch zerkleinert und dann in die Urnen gefüllt.

Innenansicht Krematorium Innsbruck
Innenansicht Krematorium Innsbruck

Als Außenstehender könnte man meinen, dass die Arbeiter des Krematoriums einen makaberen Humor entwickeln. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Mit den Toten wird sehr respektvoll umgegangen und ihre Würde wird gewahrt. Übrigens: Das Krematorium Innsbruck bietet in regelmäßigen Abständen Führungen an. Wer das Thema Tod nicht beiseite schieben möchte, sollte unbedingt einmal an einer solchen teilnehmen.