Darum geht’s beim Projekt “Die Tiroler”

Übersichtsbild Die Tiroler

Die regelmäßigen Besucher meines Blogs wissen ja inzwischen, dass ich an einem neuen Fotoprojekt arbeite, das den Arbeitstitel “Die Tiroler” trägt. Weil ich immer öfter darauf angesprochen werde, worum’s dabei eigentlich geht, stelle ich hier einmal eine kurze Projektbeschreibung online.

Fotografie als Türöffner

Porträts sind das, was mich in der Fotografie am meisten interessiert, genauer gesagt die Geschichten der Porträtierten. Die Kamera ist für mich ein hervorragender Türöffner, um Menschen kennen zu lernen, die ich sonst nicht zu Gesicht bekommen würde.

Letztlich geht es mir gar nicht so sehr darum, das Wesen der Porträtierten abzubilden. Denn ich bin der Ansicht, dass man in einem Porträt vor allem eines erkennen kann: den Fotografen. Und so ist so ein Projekt für mich auch immer eine spannende Möglichkeit, mich selbst besser kennen zu lernen und meine Neugier auf die Welt zu befriedigen.

Damit aber genug des philosophischen Geschwafels. Wer mehr über meine Beweggründe erfahren möchte, kann dies gern machen, indem er diesen Post kommentiert oder mir einfach ein Mail schreibt.

Anleihen bei August Sander

Ich denke, dass es für jeden Fotografen sehr hilfreich ist, die Fotogeschichte zu kennen. Nur wer weiß, was es vor ihm schon gegeben hat, kann etwas Neues erschaffen bzw. auf bereits Geschaffenes Bezug nehmen.

Einer der Porträtfotografen, die mich sehr beeindruckt haben, ist der Deutsche August Sander (1876 – 1964). In seinem bekanntesten Langzeitprojekt porträtierte der seine Landsleute. Er wollte eine Typologie der deutschen Bevölkerung schaffen. Noch heute sind seine Fotografien wegweisend.

Für mein Projekt “Die Tiroler” habe ich mir eine ähnliche Konzeption wie August Sander zurechtgelegt. Ich habe für mich die Tiroler Bevölkerung in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Diese heißen z.B. “Beamte”, “Künstler” oder “Geistliche”. Jeder dieser Gruppen ordne ich nun Personen zu, die ich im Verlauf der nächsten zwei Jahre fotografieren möchte.

Wozu das Ganze?

Nun, die Antwort, die ein Künstler darauf geben würde, ist wohl: Weil es mich drängt, das zu tun! Und das ist auch mein primärer Grund.

Der sekundäre Grund liegt darin, dass es mich interessiert, in welcher Umgebung andere Menschen arbeiten bzw. wohnen. Und wenn ich mir die Reaktionen auf meine Bilder anschaue, dann bin ich nicht der Einzige, dem es so geht.

Einer meiner Fotografielehrer hat einmal zu mir gesagt, ein Projekt sei nur dann richtig gut, wenn die Umsetzung einiges an Überwindung verlange. Ich denke, damit hat er recht. Ich jedenfalls muss jedes Mal ziemlich viel Mut aufbringen, um jemand für mich bislang Fremden anzurufen und zu sagen: “Ich würde Sie gern fotografieren.” Andererseits genieße ich es, vor dem Shoot voll Adrenalin zu sein, die Sinne voll aufnahmebereit. Und belohnt werde ich mit neuen Bekanntschaften und guten Bildern.

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One Trackback

  1. […] ist soweit: Das erste Drittel der Porträts zu meinem Fotoprojekt “100 Porträts aus Tirol” ist beinahe fertig. Aus diesem Anlass stelle ich heute eine erste Galerie mit Bildern online. Bitte […]

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